5 Tage Portugal im Schnelldurchlauf – Parte II: Lissabon

14 12 2009

Zwischen so spannenden Themen wie „Politik und Medien“ und „Ethnomarketing“; zwei meiner zahllosen Hausarbeiten in diesem Semester nennen sich so; bleibt mir noch ein bisschen Zeit euch von unseren 3 Tagen in Lissabon zu erzählen. Im Schnelldurchlauf, versteht sich. Außerdem hab ich eine Erwartung zu erfüllen. Stehe ich doch seit gestern im Portugallierforum. Ab geht die Post.

Nach kurzem Blick auf den Atlanik, brrr kalt, in unseren fahrbaren Untersatz, genannt Nemo, gesprungen und nach Lissabon gedüst.
Randnotiz: Mit knapp 500.000 Einwohnern ist Lissabon die größte Stadt Portugals. Sie liegt an der Atlantikküste und grenzt außerdem an den Fluss Tejo, der in einer Bucht ins Meer mündet. Geografisch gesehen hat die portugiesische Hauptstadt viele Ups und Downs. Fit bleiben fällt beim Umherwandern also nicht wirkliche schwer.
Mit geringfügiger Verspätung, ca. 2 Stunden, am Hostel Shiado angekommen: Neu, sauber, freundlich, weiter zu empfehlen. Merke für die Zukunft: nicht mehr ohne Stadtkarte losbrausen, auf Google Maps ist nicht immer Verlass, Ausfahrtnummerierung in Portugal nicht wirklich logisch. Kostenlosen Parkplatz nahe des Praça do Comércio entdeckt. Praça leider wegen Bauarbeiten nicht zugänglich. Gegessen, getrunken im Ausgehviertel Bairro Alto, früh geschlafen. Nächster Tag, auf ins Viertel Belém. Mosteiro dos Jerónimos besichtigt. Pastéis de Belém = Pastéis de Nata gegessen. Weihnachtstimmung bei stilvoller Weihnachtsbeleuchtung, wie auch schon in Porto, genossen. Montags in Straßenbahn mit nur einem Waggon hoch zum Castelo de São Jorge gefahren. Blick über die Stadt genossen. Abgestiegen und in Kirche ohne Dach, Convento do Carmo, gewesen. Zum ersten Mal mumifizierte Menschen gesehen. Mischung aus beeindruckt sein und Ekel. Durch geschäftige Innenstadt Baixa spaziert. Sonnenuntergang über Brücke 25 de Abril beobachtet. Geschlafen und am Morgen wieder zurück nach Salamanca.

Fazit: Lissabon gefällt, Portugal noch besser. Portugiesen sind supernett und haben Stil. Tolles Land. Komme auf jeden Fall wieder!

Padrão dos Descobrimentos, Torre de Belém, Mosteiro dos Jerónimos, Elevador de Santa Justa, Castelo de São Jorge, Santa Clause is coming to town, Catedral Sé Patriarca, Blick vom Kastell auf die Stadt, Convento do Carmo, „Helfer“ wenn es bergauf geht, Hauptbahnhof Estacão do Rossio, Sonneuntergang hinter der Ponte 25 de Abril (ein bisschen wie in San Francisco)





5 Tage Portugal im Schnelldurchlauf – Parte I: Porto

12 12 2009

Jetzt hab ich mir aber ganz schön Zeit gelassen mit dem neuen Eintrag. Und so langsam läuft mir die Zeit hier auch davon. Nur noch eine Woche, dann fliege ich überpünktlich zu Weihnachten nach Deutschland. So schön… Das letzte lange Wochenende hab ich mit ein paar Mädels in Portugal verbracht. Und, wie gesagt aus Zeitnot, gibts die Erlebnisse von dort jetzt im Schnelldurchlauf.

Donnerstagnacht um 2 Uhr in den Bus nach Porto eingestiegen. Ankunft um 5:30 Uhr nach portugisiescher Zeit gerade noch rechtzeitig bemerkt. Dank sei dem Busfahrer. O-Ton, ganz aufgerecht: „Porto. Porto. Porto.“ Noch im Dunkeln ins Hostelzimmer der Mädels eingecheckt. Geschlafen. Am Morgen lecker gefrühstückt und dann die Stadt unsicher gemacht.
Randnotiz: Porto liegt in etwa auf der Höhe Salamancas im Westen von Portugal. Westlich grenzt die Stadt an den Atlantik, im Süden an den Fluss Douro. Am gegenüberliegenden Ufer dieses Flusses befindet sich die Stadt Vila Nova de Gaia, oder kurz einfach Gaia genannt. Mit rund 216.000 Einwohnern ist Porto nach Lissabon die zweitgrößte Stadt Portugals.
Die Schönheit und den speziellen Charme Portos erkannt. Altstadtviertel Ribeira erinnert an Kleinvenedig in Bamberg. Portwein in den Bodegas ist süffig und sehr lecker. Ein Gläschen zum Probieren ist immer umsonst. Führung durch den Weinkeller oft auch. Gal
ão und Pastéis de Nata – Milchkaffee und Puddingtörtchen – schmecken ebenfalls toll. Auch der frische Fisch ist zu empfehlen. Atlantik sieht bei stürmischem Nieselregenwetter nicht ganz so schön aus.

Die schönste Buchhandlung ever, Torre dos Clérigos, In einer Bodega, Die Kathedrale Sé, Hausschmuck, Das Altstadtviertel Ribeira, Der Fluss Douro, Die Brücke Dom Luís I, An der Atlantikküste





Madrid! Zu genießen – aber mit Vorsicht!

27 11 2009

Madrid liegt nur ca. 2 3/4 Busstunden von Salamanca entfernt. Bisher kannte ich von der drittgrößten Hauptstadt Europas – Berlin hat allerdings nur unwesentlich mehr Einwohner - nur den Flughafen Barajas und den Busbahnhof Estación Sur. Jetzt kenne ich die Metro, die Innenstadt, zwei Hostels, den Palacio Real, die Catedral de Santa María la Real de Almudena, die Plaza Mayor, die Puerta del Sol, die Plaza de Cibeles mit dem gleichnamigen Brunnen, den Palacio de Comunicaciones, das Estadio Santiago Bernabeu, ¡Rammstein von Angesicht zu Angesicht!, das Museo del Prado und – die Polizeistation Nuevos Ministerios inklusive Polizeibeamte und verdeckte Ermittler.

Und genau das ist die Kehrseite der Großstadt Madrid: Taschendiebe – überall, besonders in überfüllten Metrostationen. Solchen sind wir leider zum Opfer gefallen und kamen so in den Genuss, uns mit Madrider Polizisten rumzuschlagen. Die sind zwar sehr nett, sprechen aber allesamt kein Englisch („Ihr arbeitet bei der Polizei in einer europäischen Großstadt? ¿Qué pasa?“). Wir bzw. ich haben uns also auf Spanisch durchgekämpft. Ging auch ganz gut. Hoffnung etwas von den gestohlenen Sachen zurückzubekommen, besteht aber keine. Deshalb wird in Zukunft wohl Vorsicht die Mutter der Porzellankiste sein…

Wo es eine Kehrseite gibt, muss natürlich auch eine Seite vorhanden sein - was Madrid angeht, sogar sehr viele schöne Seiten. Ich hab noch nie so hohe Häuser mit so aufwendig verzierten Fassaden mitten in der Innenstadt gesehen. Ecken haben die Häuser keine, sind stattdessen abgerundet und in die Straßen eingepasst. Was bedeutet, dass es kaum Bauwerke mit Wänden gibt, die im 90-Grad-Winkel zueinander stehen. Wie sichs in so einer scheppsen (Anm. d. Red. = schief – Ist schepps ein deutsches Wort?) Wohnung mit runden Ecken lebt, würde mich sehr interessieren…
Sehenswürdigkeiten hat Madrid auch einige zu bieten. Da ist es wohl besser, Bilder sprechen zu lassen. Guckt ihr hier…

Und jetzt von links oben nach rechts unten… Der Palacio Real war früher Residenz des spanischen Königs. Juan Carlos, der Thronfolger Felipe und die königliche Familie wohnen heute ein bisschen außerhalb der Stadt. Der Palacio Real hat tausende von Sälen und Zimmern, von denen um die 50 besichtigt werden können, außerdem die ehemalige königliche Hofapotheke und die Waffensammlung. Für Studenten ist die Besichtung recht günstig. Früh Aufstehen lohnt sich. Als wir den Palast um halb zwölf verlassen haben, war dort eine Schlange ähnlich der vor dem Berliner Reichstag.
Die Almudena-Kathedrale gehört zu den schönsten Kathedralen, die ich je gesehen hab. Liegt bestimmt daran, dass sie so anders ist als alle Catedrales in Spanien: hell und farbenfroh. Der Eintritt ist kostenlos.
Die Puerta del Sol wird von den Madrilenen oft auch als der Nabel der Welt gesehen und ist einer der bekanntesten und meistbesuchtesten Plätze der Stadt.
Die Plaza Mayor ist zwar ganz nett. Die in Salamanca ist aber um einiges schöner. :-)
Der Palacio de Comunicaciones hat mir von den Palästen in Madrid am besten gefallen. Er liegt direkt am Plaza de Cibiles mit dem berühmten Brunnen – ein sehr beliebtes Postkartenmotiv. Nur schade, dass der Platz so befahren ist und man nicht an die Fuente de Cibeles rankommt.
Und zuletzt das Museo del Prado. Auch für mich, der ich nicht gerade mit dem größten Verständnis für Kunst gesegnet bin, waren die Kunstwerke teils sehr beeindruckend. Ein paar wenige hab ich sogar gekannt. Das Beste – Studenten der EU kommen zu jeder Zeit umsonst in das Museum rein. So soll wohl das Interesse für Kunst bei der jüngeren Generation geweckt werden. Hat jetzt trotz allem nicht vollständig geklappt…

Mein Madrid-Hightlight war das Rammstein-Konzert im Palacio de los Deportes. 16.000 Menschen, überwiegend Spanier, aber auch Deutsche, Engländer, Russen und und und, waren gekommen, um die Rammsteiner live zu erleben. Der Hammer! Super Liedauswahl – fast alles dabei, mega Show – mit Feuer und Schnipsel von der Decke und Schlauchboot, das von der Menge getragen wurde, und lustige Spanier, die die deutschen Texte in ihrer ganz eigenen Art zum Besten gaben. Jederzeit wieder!!





En una palabra…

9 11 2009

Warum ihr hier in letzter Zeit nichts zu lesen bekommt, hat einen guten Grund. Oder besser gesagt drei. Letzte Woche hießen sie Mama und Papa und ab morgen heißt der gute Grund dann Schatz :-) . In Salamanca hat nämlich endlich die Besuchszeit angefangen. Will heißen, ihr müsst euch noch ein paar Tage gedulden. Aber dann gibts natürlich ganz ausführliche Infos von alldem, was ich mit meinen Lieben hier erlebt habe. Pues, ¡hasta pronto!





Die Sache mit der DNI

30 10 2009

DNI? Bevor ich nach Spanien gekommen bin, hab ich gar nicht gewusst, was das ist. Jetzt kann ich meine auswendig aufsagen, wenn ich danach gefragt werde. Und das kommt hier ständig vor.
DNI steht eigentlich für Documento Nacional de Identidad und bedeutet einfach Personalausweis. Die Salmantiner sagen auch Carnet de Identidad dazu. Mit DNI bezeichnen sie die neunstellige Nummer, die oben rechts auf unserem deutschen Perso steht – auf dem Ausweis von Frau Mustermann rot eingekreist.
Und ohne DNI geht hier gar nichts. Wohnung mieten, Konto eröffnen, zum Sprachkurs anmelden, spanische Handykarte kaufen, immatrikulieren… immer lautet die Standardfrage: ¿Tiene su Carnet de Identidad? Haben Sie Ihren Personalausweis dabei? und dann Necesito su DNI. Ich brauche Ihre DNI. Matrikelnummern? (, die einem an deutschen Hochschulen zur Identifikation zugewiesen werden) Fehlanzeige! Wozu hat der Spanier seine DNI?!? Also wird auch auf Anwesenheitslisten in der Uni immer die Personalausweisnummer angegeben.

Perso_Muster

Übrigens sind die Spanier doch ein bisschen bürokratischer, als gedacht…

Ich vor gut drei Wochen im Sekretariat meiner Fakultät: „Ich hab hier mein Learning Agreement. Da bräucht ich ne Unterschrift drauf, dass ich das an meine FH in Deutschland schicken kann.“
Sekretärin: „Da fehlt die Unterschrift der Heimathochschule. Erst wenn Ihr Koordinator von dort unterschrieben hat, können Sie das hier zur Unterschrift abgeben.“

Aha. Learning Agreement also nach Deutschland geschickt, unterschrieben wieder zurück gekriegt und noch einmal im Sekretariat vorbeigeschaut.

Ich: „Hier mein Learning Agreement. Ich bräucht noch ne Unterschrift von der Uni hier.“
Sekretär: „Da fehlt der Stempel Ihrer Fachhochschule. Ohne Stempel können wir das nicht unterschreiben.“

Was? Ich hab immer gedacht, wenn den Spaniern ein Stempel fehlt, dann malen sie sich einfach einen! Aber so leicht machen sie es einem leider nicht.





¡Vamos a Segovia!

23 10 2009

Fragt man einen Spanier, welche Städte sich für einen Tagesausflug von Salamanca aus am besten eignen, ist Segovia immer eine der erstgenannten. Es war also nicht weiter verwunderlich, dass wir uns für unseren zweiten Ausflug das gut 55.000-Einwohner-Städtchen ausgesucht haben. Am vergangenen Samstag hieß es also früh aufstehen und mit dem Bus in knapp drei Stunden nach Segovia fahren. Um 8:30 Uhr ging es schon los. Die zwei Stunden weniger Schlaf haben sich aber wirklich gelohnt!

Unser Trip in Fakten…

  • Lage: Segovia liegt etwa 90 Kilometer nordwestlich von Madrid. Von Salamanca aus sind es circa 180 Kilometer. Trotz der relativ geringen Entfernung, ist die Landschaft rund um Segovia eine ganz andere. Während man in Salamanca kilometerweit oft nichts als nichts sieht, hat man in Segovia Bäume, ganze Wälder und Berge im Blick. Von der ungefähr 1000 Meter hoch gelegenen Stadt aus, lässt sich am Horizont schon die Sierra de Guadarrama erkennen. Die Gipfel der Bergkette sind im Winter sogar mit Schnee bedeckt.
  • Sights: Ganz schön beeindruckend!, hab ich gedacht, als ich den fast einen Kilometer langen und bis zu knapp 30 Meter hohen römischen Aquädukt zum erstem Mal gesehen habe. Zu seinen Glanzzeiten, ab dem ersten Jahrhundert n. Chr., versorgte er die Stadt aus dem 15 Kilometer entfernten Gebirge mit Wasser.
    Die gotische Kathedrale von Segovia ist auch wirklich schön anzuschauen. Sie wurde ab dem Jahr 1525 erbaut und sieht der Catedral Nueva von Salamanca ein bisschen ähnlich.
    Das touristische Highlight der Stadt ist der Alcázar, eine der bekanntesten Burgen Spaniens. Mit dem Bau wurde im 11. Jahrhundert begonnen und im Lauf der Jahre war der Alcázar immer wieder Sitz der spanischen Könige. Da die Burg eine Vielzahl kleiner Türme besitzt und auf einem Bergrücken erbaut wurde, erinnert sie etwas an das bayerische Schloss Neuschwanstein. Ausgestattet mit Audioguide haben wir das restaurierte Innere des Alcázar erkundet. Die originale Ausstattung der Säle wurde bei einem Brand leider zerstört. Zum Schluss ging es dann noch 150 Stufen hoch auf den Turm Juan II, von wo aus man eine herrliche Aussicht auf Segovia und die Umgebung genießen konnte.
  • Leute: Die Segovianos sind ganz klar auf viele Touristen aus aller Herren Länder eingestellt. Ab und an lässt leider die Freundlichkeit ein bisschen zu wünschen übrig. Während der Mann an der Touristinformation uns noch sehr nett erklärt hatte, wie wir am besten laufen müssen um keine der Sehenswürdigkeiten zu verpassen, war der Typ am Eingang des Alcázar sehr ungeduldig beim Ticketverkaufen; und im ersten Café hat man uns auch nach einer viertel Stunde Wartezeit nicht bedienen wollen. Schade.

Fazit: 3 Sterne für die Lage, 4 für die Sights und 3 Sterne Abzug wegen der Unfreundlichkeit. Macht 4 Sterne insgesamt und Segovia zu einem wunderschönen Reiseziel.

 

Acueducto Romano (x2), Catedral de nuestra Señora de la Asunción y de San Frutos (x2), Alcázar (x2), Blick über Segovia, Casa de los Picos, die Mädels mit was Süßem :-)





Los españoles y sus festivos

16 10 2009

Die Spanier und ihre Festtage92 % der spanischen Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Kirche an. Und obwohl immer weniger der Katholiken ihren Glauben aktiv leben, prägen noch zahlreiche Feiertage das spanische Kirchenjahr. Die werden traditionell so begangen, wie man das wohl schon im Mittelalter gemacht hat. Also zum Beispiel mit religiösen Prozessionen, angeführt von überlebensgroßen Marienfiguren und begleitet von Musik und Frauen, Männern und Kindern in Tracht. Ich hab während meiner fünf Wochen hier schon zwei solcher Festtage miterDía de la Virgen de la Vegalebt. Für mich bedeutet das natürlich in erster Linie einen Tag Freizeit, weil am Feiertag selbstverständlich keine Vorlesungen stattfinden :-) .

8. September 2009: Día de la Virgen de la Vega
Die Virgen de la Vega repräsentiert die Jungfrau Maria und ist die Schutzpatronin der Stadt Salamanca. Ihr zu Ehren finden am 8. September Prozessionen und Gottesdienste statt. Die Woche nach dem 8. September ist die Woche der sogenannten ferias. An Buden überall in der Stadt werden cañas und pinchos verkauft. Pinchos sind tapas, also Kleinigkeiten zum Essen („Finger weg von morcilla – das ist Blutwurst!“). Cañas sind kleine Biere („Nicht viel mehr als ein Spuckschluck.“). Auf der Plaza Mayor und in den Parks werden Konzerte veranstaltet;  meist regionale Bands mit typisch spanischer Musik.

 

Virgen12. Oktober 2009: Día de la Hispanidad, Día de la Virgen del Pilar
Der Día de la Hispanidad ist der spanische Nationalfeiertag. Er erinnert an die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, der damals übrigens im Rahmen eines Vortrags an der Universidad de Salamanca beim spanischen Königspaar um Unterstützung für seine Seereise gebeten hatte. Von der salmantinischen Kirche wird am 12. Oktober auch die VFast wie ein Tausendfüßler :-)irgen del Pilar gefeiert. Bereits zwei Tage vorher wurde eine riesengroße Marienfigur von 28 Jungs durch die Stadt getragen; man hat zwar nur die Füße gesehen, aber aufgrund der Schuhgröße gehe ich davon aus, dass es noch keine erwachsenen Männer waren… Der Gottesdienst am eigentlichen Festtag wird besonders von Mitgliedern der Guardia Civil besucht. Sie verehren die Virgen del Pilar als Patronin.

Fünf Feiertage stehen mir bis Ende Januar noch bevor. Ich bin gespannt, was ich da erleben werde.





Plan B: churros, el rastro y parque de Würzburg

11 10 2009

Da Plan A heute nicht durchgezogen werden konnte - wir hatten vor in die Sierra de Francia zu fahren und ein bisschen zu wandern; leider fiel der Bus wegen des morgigen Felinks Churros, rechts Parrosiertags aus – mussten wir beziehungsweise ich auf Plan B zurückgreifen. Und das hieß zunächst einmal Chocolate con Churros frühstücken. Wieder einmal eine essenstechnische Premiere für mich. Churros, das ist in Öl ausgebackenes Spritzgebäck, was in heiße Schokolade eingetaucht wird. Ebenfalls zum Eintauchen sind die sogenannten Parros. Die sind etwas dicker als die Churros, fettiger und nicht ganz so knusprig. Beides schmeckt so wie bei uns zu Hause die ausgezogenen Hutkrapfen. Also ein sehr leckeres, aber doch eher ungesundes Frühstück. Wir haben die Churros an einer Churrería, also an einem Churro-Stand gekauft und sie dann bei mir in der WG gegessen.

Anschließend gings mit dem Stadtbus auf Schnäppchenjagd zum salmantinischen ‘Rastro’, ein Wochenmarkt. Das war dann doch ziemlich enttäuschend. Denn anders als auf den Flohmärkten in Berlin mit teilweise echt witzigen gebrauchten Sachen, wird hier nur neuer und natürlich ‘originaler’ Ramsch verkauft. Von Kunstlederschuhen und allen möglichen Klamotten über Giorgio Armani-Uhren und Gucci-Geldbeutel bis hin zu Unterwäsche gibts dort alles; aber eben nichts, was man vielleicht gebrauchen könnte.

Das Schild ließ noch hoffen...Nach einer kurzen Pause, hab ich mich dann auf den Weg in den Norden der Stadt gemacht. Da ist es lange nicht mehr so schön wie in der historischen Innenstadt von Salamanca und es gibt auch nicht so viel zu sehen. Ich hab die Plaza de Torros, die Stierkampfarena, umrundet und bin nach einem weiteren Stück zu Fuß bei meinem eigentlichen Ziel angekommen, dem Parque de Würzburg… „Ist ja echt eine schöne Geste“, hab ich mir gedacht, „wenn man seiner Partnerstadt einen Park widmet!“ Und was hat mich erwartet? Die totale Lachnummer! Denn statt eines schönen grünen Parks gibt es dort nur eine hässliche braune Riesenbaustelle, die nicht betreten werden darf, und ein paar zweifelhafte Trimm-dich-Geräte. Das hat mich als Würzburger Studentin schon etwas verärgert.
Allerdings haben die Würzburger auch nur ein kleines Sträßchen im Heuchelhof nach ihrer Partnerstadt Salamanca benannt. Ob das unbedingt so viel besser ist? :-)

Baustelle statt Park

Trimm-dich-Geräte





¿Dónde está la rana?

7 10 2009

Wo ist denn nun der blöde Frosch, das Maskottchen der Stadt Salamanca? Dass er sich irgendwo an der Fassade des alten Unigebäudes befinden muss, war mir klar. Ihn aber zu finden, ist quasi unmöglich, wenn man nicht weiß wo man suchen soll.
Bis ich ‘la rana’ gefunden hatte, hat es dreimal intensives Betrachten des Uniportals gebraucht. Und wenn ich mich nicht vorher im Internet informiert hätte, würde ich wahrscheinlich immer noch mit nach oben gerichtetem Blick im Patio de Escuelas stehen; umringt von Spaniern, Franzosen, Engländern, Touristen und Studenten, alle auf der Suche nach dem klitzekleinen Frosch.

Mit Hilfe des Zooms an meiner Kamera hab ichs dann endlich geschafft und ‘la rana’ soweit vergrößert, dass ich sie zumindest erahnen konnte. Gott sei Dank! Denn wie mir eine Salmantina (so nennen sich die Einwohner Salamancas) erklärt hat, ist es nahezu unmöglich die Prüfungen an der Uni zu bestehen, wenn man nicht vorher den Frosch entdeckt hat. Da hab ich ja noch einmal Glück gehabt :-)

‘La rana’ auf dem Totenkopf steht übrigens für alles Unzüchtige was den Verstand des Menschen, insbesondere des Studenten, beeinflussen kann. Sie soll eine Warnung sein an alle Studierende, sich immer daran zu erinnern, warum sie nach Salamanca gekommen sind. Nämlich in ersten Linie um hier zu studieren (und nicht um Party zu machen :-) )!

Klicke auf die Vorschaubilder um sie zu vergrößern!





Ciudad Rodrigo – pequeño pero muy bonito

5 10 2009

Wie in meinem letzten Artikel schon angedeutet, machen wir uns gerade daran, die Umgebung von Salamanca zu entdecken. Unsere erstes Ziel am vergangenen Samstag: Ciudad Rodrigo. Eine Kleinstadt, ungefähr 16.000 Einwohner, eine Busstunde von Salamanca entfernt und nur wenige Kilometer weg von der portugiesischen Grenze. Ciudad Rodrigo ist für einen Tagesausflug perfekt geeignet: Nicht wirklich groß, nicht wirklich viele Sehenswürdigkeiten, dafür aber einfach ein sehr hübsches Städtchen. Wie in fast jeder spanischen Stadt gibt es auch dort jede Menge Kirchen und eine Plaza Mayor, die mit der in Salamanca allerdings nicht mithalten kann. Die Kathedrale von Ciudad Rodrigo haben wir nicht besichtigt, denn leider wird in Spanien dafür meistens ein relativ hoher Eintrittspreis verlangt… Stattdessen haben wir uns, trotz unserer schlechten Erfahrungen während der Festwoche in Salamanca, an ein für Ciudad Rodrigo typisches Gericht gewagt: Huevos fritos con farinatos! Spiegeleier mit zwei Stück pürierte Wurst! War zwar auch nicht der absolute Hammer, aber immerhin besser als Sangre con arroz, also Blut mir Reis, was ich auf der Festwoche als ‘Morcilla’ aus Versehen probiert hatte. Zum ersten Mal hab ich in Ciudad Rodrigo auch das spanische Nationaldessert Flan gegessen – ein Pudding aus Eiern, Milch und Zucker der im Wasserbad gegart wird. Sehr lecker! Kulinarisch gesehen war der Ausflug also auf jeden Fall ein Hit. Und auch so hat mir die Kleinstadt super gut gefallen. Wenig Touristen, viele Einheimische, die sich noch richtig freuen, wenn sich mal ein ‘Ausländer’ zu ihnen verirrt.

El Veracco (Eber aus Granit), La Plaza Mayor, El Parador, Fassade der Kathedrale, La Catedral, Auf der Stadtmauer, Huevos fritos con farinatos (auf dem linken Teller), Die Speisekarte für die Touris, Flan mit Karamellsoße

P.S.: Seit heute morgen, 9:10 Uhr, bin ich offiziell Studentin der Universidad de Salamanca. Ich hab mich endlich einschreiben können und entgegen aller Erwartungen hat das auch reibungslos geklappt. Bin fast ein bisschen beeindruckt :-) und außerdem im Besitz meines Studentenausweises, einer multifunktionalen Chipkarte. Eine Karte für alles! Da könnten sich die Würzburger mal eine Scheibe davon abschneiden.